
35 Jahre Zuchtstätte vom Sutumer Grund

Die Züchterfamilie Bortel, ein Leben für den Weißen Schweizer Schäferhund
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Ein persönlicher Rückblick
Wenn wir heute auf mehr als 35 Jahre Zuchtstätte vom Sutumer Grund zurückblicken, sehen wir nicht nur Erfolge, Titel oder Zahlen.
Wir sehen Hunde. Menschen. Begegnungen. Entscheidungen. Und eine Lebensaufgabe, die uns als Familie bis heute begleitet.
Was mit einer tiefen Begeisterung für den Hund begann, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer Zuchtstätte, die national wie international Anerkennung fand – und zu einem festen Bestandteil unseres Lebens wurde.
Wie alles begann
Geboren im Jahr 1967, wuchsen mein Mann Ingo und ich mit Hunden der verschiedensten Rassen auf.
Hunde waren von Anfang an ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags – nicht als Hobby, sondern als prägende Konstante unseres Lebens.
Ingos Weg war früh vom Hundesport bestimmt. In der Familie seines Vaters wurden Dobermänner gezüchtet und ausgebildet, sein Vater war 1. Vorsitzender eines Hundesportvereins. Schon als Jugendlicher stand Ingo auf dem Hundeplatz, erlebte Ausbildungsstunden, lernte Konsequenz, Verantwortung und den respektvollen Umgang mit dem Hund. Mit nur 17 Jahren bildete er seinen ersten Hund selbst aus – ein Schritt, der seinen weiteren Weg entscheidend prägen sollte.
Ich selbst züchtete im Alter von 20 Jahren meinen ersten Wurf Deutscher Schäferhunde.
Auch für mich war der Hund von Beginn an mehr als ein Begleiter – er war Leidenschaft, Herausforderung und Verpflichtung zugleich.
In den 1980er-Jahren wurden wir durch einen Zeitungsbericht erstmals auf die Weißen Schäferhunde aufmerksam. Auf der Titelseite der Bild-Zeitung war Attila vom Schwanensee abgebildet – der erste Weiße Schäferhund mit Schutzhundprüfung 3. Dieses Bild blieb im Gedächtnis.
Zunächst jedoch begegnete Ingo der Rasse mit Zurückhaltung. Die Homogenität war damals noch nicht gefestigt, die Entwicklung uneinheitlich. Aus züchterischer Sicht fehlte es an Konstanz – und an einer klaren Linie.
Doch manchmal verändern sich Überzeugungen nicht durch Planung, sondern durch Begegnungen.
Durch Zufall lernten wir kurze Zeit später den Besitzer von Attila auf einem Hundeplatz kennen. Es kam dazu, dass wir uns um einige seiner Hunde kümmerten. Attilas Besitzer war der Gründer des heutigen Rassezuchtvereins für Weiße Schäferhunde und zugleich Zuchtwart. Gemeinsam mit ihm fuhren wir quer durch Deutschland zu Wurfabnahmen – in einer Zeit, in der sich die Rasse erst langsam wieder etablierte.
Diese Jahre waren prägend. Wir sahen Hunde unterschiedlichster Qualität, lernten Linien kennen, führten Gespräche, stellten Fragen – und begannen, das Potenzial dieser Rasse wirklich zu verstehen.
Auf diesem Weg lernten wir auch Martin Faustmann kennen, der in Deutschland als Rassebegründer der Weißen Schäferhunde gilt.
Bedenkt man, wann die Weißen Schäferhunde in Deutschland erstmals wieder Fuß fassten, darf man uns rückblickend durchaus als Pioniere der Weißen Schäferhundezucht bezeichnen.
Maßgeblich waren wir am Aufbau der Rasse und des damaligen BVAC beteiligt, bevor wir uns intensiv um die Aufnahme des Rassezuchtvereins für Weiße Schweizer Schäferhunde e.V. in den Verband für das Deutsche Hundewesen kümmerten. Heute ist der RWS der größte Zuchtverein dieser wundervollen Rasse in Deutschland.
Der Beginn vom Sutumer Grund
Im Jahr 1989 zog Atlas Sultan vom AC Nordlicht bei uns ein – ein Hund, der Geschichte schreiben sollte. Kurz darauf folgte Aliena White Princess, unsere spätere Gründungshündin.
Mit dem A-Wurf im Jahr 1990 fiel schließlich der Startschuss für die Zuchtstätte vom Sutumer Grund – ein Meilenstein, der unsere weitere Arbeit entscheidend prägen sollte.
In den Anfängen lag unser Schwerpunkt klar auf Leistung und Ausbildung. Doch daraus entwickelte sich bald eine weitergehende Vision:
einen Hund zu züchten, der dem Rassestandard möglichst nahekommt, dabei arbeitsbereit, belastbar und von einwandfreiem Wesen ist.
Manche Kritiker behaupteten, wir hätten eher einen neuen Standard geschaffen. Ganz unrecht sollten sie nicht behalten – bedenkt man, dass Hunde aus dem Sutumer Grund maßgeblich daran beteiligt waren, die heutige Arbeitsbereitschaft innerhalb der Rasse zu festigen.
Mittelmäßigkeit kam für uns nie in Frage. Schweren Herzens trennten wir uns von einigen Hunden, bis wir das Fundament gefunden hatten, auf dem unsere Zucht langfristig bestehen konnte.
Dieses Fundament bildeten Atlas Sultan vom AC Nordlicht und Aliena White Princess, beide blutsverwandt mit Attila vom Schwanensee.
Anerkennung, die bleibt
Unser überragender, anatomisch vorzüglich aufgebauter Rüde Atlas Sultan vom AC Nordlicht fand auch über unsere Zucht hinaus Anerkennung.
Im Jahr 1991 erhielten wir für ihn eine besondere Ehrengabe vom ersten Züchter für Weiße Schäferhunde in Deutschland, Martin Faustmann (Zwinger von Ronanke).
Diese Auszeichnung hat bis heute einen Ehrenplatz in unserer Vitrine – nicht als Trophäe, sondern als stilles Zeugnis einer Zeit, in der Idealismus, Aufbauarbeit und Überzeugung den Weg bestimmten.
Aliena war ebenfalls ein Ausnahmehund, so erhielt sie im Leistungsbereich von einem SV Leistungsrichter, die bis dato noch von keinem weißen Schäferhund erreichte Schutzdienstnote, 100 Punkte und TSB ausgeprägt.
Ende des Jahres 2002 besuchte der bekannte Hundeausbilder Fritz Rasch unsere Zuchtstätte.
Er hatte im Laufe seines Lebens über 500 Hunde zu Wach-, Schutz- und Fährtenhunden ausgebildet und das Werk „Die Abrichtung des Hundes“ von Konrad Most überarbeitet, Ehrenmitglied der Gesellschaft für Hundeforschung und der Gesellschaft für Tierpsychologie.
Nach seinem Besuch widmete er uns dieses Buch mit den Worten:
„Voller Freude sah ich Ihre schönen und guten Hunde.
Ich wünsche weiterhin viel Erfolg.“
Fritz Rasch
Diese Zeilen bedeuten uns bis heute sehr viel. Sie stehen sinnbildlich für das, was uns immer wichtig war: Hunde zu züchten, die nicht nur äußerlich überzeugen, sondern durch Leistung, Wesen und Qualität bestehen.
Verantwortung für die Rasse – ein langer Weg
Die Anerkennung des Weißen Schweizer Schäferhundes war ein langer und anspruchsvoller Weg, der Geduld, Ausdauer und Überzeugung erforderte.
- 2005 erfolgte die vorläufige Anerkennung der Rasse durch die FCI
- 2011 folgte die endgültige Anerkennung
Diesen Weg haben wir nicht nur miterlebt, sondern aktiv mitgestaltet.
Über viele Jahre hinweg waren wir maßgeblich an der züchterischen, organisatorischen und fachlichen Arbeit beteiligt, die notwendig war, um den Weißen Schweizer Schäferhund auf internationaler Ebene zu etablieren und seine Anerkennung innerhalb der FCI zu erreichen.
Die Entwicklung, Anerkennung und nachhaltige Etablierung dieser Rasse liegt uns bis heute besonders am Herzen – und erfüllt uns mit großem Stolz.
Verantwortung, Wege und Generationen
Schon früh war uns klar, dass Zucht mehr bedeutet als das Hervorbringen von Welpen.
Zucht bedeutet Verantwortung – für den einzelnen Hund, für die Rasse und für ihre Zukunft.
1991 wurde unsere Tochter Nina geboren. Sie wuchs mit den Hunden auf, so selbstverständlich, wie sie zu unserem Leben gehörten. Heute führt sie diesen Weg als eingetragene Züchterin vom Sutumer Grund weiter.
Mit der Geburt unseres Enkels Milow im Jahr 2013 begann bereits die nächste Generation, mit unseren Hunden aufzuwachsen.
In über 35 Jahren durften mehr als 700 Welpen aus unserer Zucht das Licht der Welt erblicken – jeder einzelne mit seiner eigenen Geschichte.
Nachkommen aus dem Sutumer Grund leben heute in vielen Ländern der Welt – in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika. Selbst in den Haushalten internationaler Persönlichkeiten, wie dem König von Thailand, leben Hunde aus unserer Zucht.Diese weltweite Verbundenheit erfüllt uns mit Dankbarkeit und Demut.
Erfolge in Ausstellung und Sport
Die Hunde aus unserer Zucht konnten auf nationalen und internationalen Ausstellungen zahlreiche Erfolge feiern – darunter Welt- und Europasieger sowie viele Championtitel.
Doch ebenso wichtig war uns immer die sportliche Arbeit mit den Hunden.
Die sportliche Ausbildung unserer Hunde lag stets in unserer eigenen Verantwortung.
Gemeinsam haben wir unsere Hunde intensiv im Gebrauchshundesport und insbesondere im Schutzdienst ausgebildet und sie selbst in den Prüfungen geführt.
Besondere Wegbegleiter
Ein ganz besonderes Kapitel in der Geschichte unserer Zuchtstätte ist die Hündin
Aliena White Princess vom Sutumer Grund aus unserem A-Wurf.
Sie war die erste Weiße Schweizer Schäferhündin aus unserer Zucht, die sowohl vom VDH als auch von der FCI anerkannt wurde, und spielte eine entscheidende Rolle in der Entwicklung und Anerkennung der Rasse.
Zu ihren besonderen Erfolgen zählen unter anderem:
- Best of Breed auf der World Dog Show in Paris
- der Weltsiegertitel 2011
- der Veteranen-Weltsiegertitel 2015
Ihre Erfolge bleiben unvergessen und sind bis heute eng mit dem Namen der Zuchtstätte vom Sutumer Grund verbunden.
Auch Hunde wie Domingo, Einstein Tyson, Madmax, Kentalo, Uncle Sam und aktuell I Am the One vom Sutumer Grund (Vegas) stehen stellvertretend für viele besondere Hunde aus unserer Zucht.
Uncle Sam vom Sutumer Grund zählte mehrfach zu den besten Hunden des Jahres im VDH und erzielte zahlreiche Best-of-Breed-, Gruppen- und Best-in-Show-Erfolge – Leistungen, auf die wir bis heute mit großer Dankbarkeit zurückblicken.
Ein Lebenswerk
Die Zuchtstätte vom Sutumer Grund steht für Beständigkeit, Konsequenz und eine tiefe Verbundenheit mit dem Hund.
Wir sind dankbar für jeden Hund, jeden Menschen und jeden Weg, der uns in diesen Jahrzehnten begleitet hat – und freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam mit der nächsten Generation weiterzugehen.
Viele der Hunde, Geschichten und besonderen Momente, die unsere Zuchtstätte über Jahrzehnte geprägt haben, lassen sich nicht in wenigen Absätzen zusammenfassen.
In unserem Reiter Chroniken finden sich weitere Einblicke in prägende Hunde, Linien, Erinnerungen und Zeitdokumente aus über 35 Jahren Zuchtstätte vom Sutumer Grund.
Diese Chronik versteht sich als bewahrter Rückblick – für uns als Familie, für Wegbegleiter und für alle, die unsere Geschichte vertiefend kennenlernen möchten.

Impressionen 30 Jahre Jubiläum
Ehrenmedaille
Anlässlich des 30 jährigen Bestehens der Zuchtstätte vom Sutumer Grund erhielt die Züchterfamilie BORTEL zum dritten Mal die Ehrenmedaille für besondere Verdienste in der Zucht des Weißen Schäferhundes.






































