Die Festreden

 

Meine sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Ehrengäste,

sehr geehrte Landesgruppenleiter,

liebe RWS Mitglieder

lieber Ingo, liebe Manu,

wie vom 1. Vorsitzenden Hr. Ingo Bortel bereits ausführlich berichtet wurde, kann der RWS in den letzten 20 Jahren auf eine äußerst erfolgreiche Entwicklung zurückblicken. Mir ist es bei der Gelegenheit ein besonderes Anliegen, Ingo Bortel, seiner Frau und seinem gesamten, engagierten und kompetenten Team im Namen unseres internationalen Dachverbandes „BBI“ herzlich zu danken. Ich denke es kann kaum jemand besser beurteilen als ich - wie Sie bereits gehört haben, bin ich ja weltweit der bisher am längsten dienende Vorsitzende eines BBS Rasseklubs - welches Engagement, welcher Idealismus, wie viel Zeit und wie viel persönliche Begeisterung dazugehören, eine so verantwortungsvolle Verbandstätigkeit über so einen langen Zeitraum erfolgreich zu leisten. Ingo Bortel gehört sozusagen, so wie ich, zu den Urgesteinen in der Weißen Schäferhundewelt, denn alle anderen Funktionäre die heute an der Spitze von BBS Rasseklubs stehen, sind erst zu einem Zeitpunkt eingestiegen, als wir schon über Jahre erfolgreiche Pionierarbeit geleistet haben. Bereits Ende der 80-iger Jahre haben wir Ausstellungen organisiert, Richtlinien für die Zucht festgelegt, Körungen eingeführt und vieles mehr.

Und hier möchte ich auch besonders betonen, dass gerade Ingo Bortel es war, der in seinem damals jungen Verein neben der Gesundheit vor allem die Anatomie, die Triebstärke und die Leistungsfähigkeit der Hunde als oberstes Zuchtziel definiert hat. Die ersten WS Schutzhunde in Europa waren im RWS zu finden, namentlich wurden diese ja bereits erwähnt, und dieser Linie sind die „Bortel“ bis heute treu geblieben. Die Steigerung der Trieb- und Leistungsfähigkeit unserer Hunde ist aber nicht nur ein sportliches Hobby, sondern eine züchterische Notwendigkeit, wollen wir auch in Zukunft Hunde züchten, die mit Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit und ohne Angst oder Scheu durch die Welt gehen.

Ein anderes, ebenfalls sehr wichtiges Ziel des RWS war es stets, die nationale oder internationale Anerkennung durch VDH bzw. FCI zu erreichen. Leider waren sämtliche Bemühungen, sowohl vom RWS als auch von unserem WSÖ über Jahre vergeblich, da es die FCI immer wieder abgelehnt hat, die Weißen Schäferhunde als eigenständige Rasse zu betrachten. Ich erinnere hier nur an eine Aktion im Jahre 1994, als wir in Österreich und Deutschland mehr als 4000 Unterstützungs-Unterschriften für die FCI Anerkennung gesammelt hatten und diese im Beisein von Carmen Rotte und Fam. Radke, die ebenfalls mit uns in die Schweiz gereist waren, dem damaligen FCI Executivdirektor van Mehrle mit Zustimmung von FCI Präsident Hans Müller in Bern übergeben hatten. Diese Aktion konnte erwartungsgemäß zwar nicht unmittelbar zum Erfolg führen, aber dennoch hat die große Zahl der Unterstützungs-Unterschriften einigen Entscheidungsträgern vor Augen geführt, dass bei unseren Weißen etwas mehr dahinter steckt als ein paar Weiße Schäferhunde in Deutschland und eine Handvoll in Österreich. 

Gott sei Dank waren viele FCI Verbandskörperschaften „flexibler“ als die FCI und haben unsere Rasse, nachdem sie erkannt hatten, welche Population bereits dahinter steckt, auf nationaler Ebene anerkannt, wodurch der Druck auf die FCI, endlich ihrer Verantwortung als internationaler Dachverband aller Rassehunde gerecht zu werden, immer größer geworden ist. Nachdem schon mehr als ein halbes Dutzend nationale Verbandskörperschaften in Europa, zuletzt auch über unser massives Betreiben das FCI Gründungsmitglied Österreich, den Weißen Schäferhund anerkannt hatten, konnte die FCI Anerkennung daher nur noch eine Frage der Zeit sein, da sich zunehmend auch in der FCI die Meinung über die Notwenigkeit der Anerkennung manifestierte. Ende 2002 war es dann endlich so weit und – wie sie alle wissen – ist seit diesem Zeitpunkt unsere Rasse international anerkannt.

Dieser bedeutende Schritt, auf den wir mehr als 20 Jahre gewartet hatten, war eine neue Herausforderung für den RWS. Ein umfangreiches, komplexes und kompliziertes Aufnahmeverfahren auf der einen Seite, Anfeindungen und Intrigen mit Beschwerdebriefen von jenen, die diesen Schritt unbedingt verhindern wollten, auf der anderen Seite, erforderten konsequentes Handeln und entschlossenes Vorgehen. Doch auch diese schwierige Hürde wurde unter der Leitung und Federführung von Ingo Bortel und seinem Team souverän gemeistert und der RWS kann heute stolz sein, als Deutschlands größter Zuchtverein für Weiße Schäferhunde ein fester Bestandteil des VDH zu sein.

Mittlerweile haben sich nun die wichtigsten und größten Vereine Europas zusammengeschlossen und 2004 den internationalen Dachverband „Club de Berger Blanc Suisse International“ kurz „BBI“ gegründet. Ziele des „BBI“ sind in erster Linie die Betreibung einer gemeinsamen Homepage, die enge Zusammenarbeit in züchterischer Hinsicht und die jährliche Abhaltung des sog. CUP OF NATIONS, der „BBI“ World Winner Show, kombiniert mit der „BBI“ Weltmeisterschaft, sodass auch die sportliche Komponente nicht zu kurz kommt. In der Umsetzung dieser Ziele sind wir gut unterwegs, denn die züchterische Zusammenarbeit zwischen unseren Mitgliedsländern funktioniert mittlerweile bestens. Es ist uns auch gelungen, die ehemaligen Ostblockländer Tschechien und die Slowakei ins Boot geholt und sie in unsere Gemeinschaft einzubinden und besonders freut uns auch die Tatsache, dass unsere französischen und spanischen Freunde mit dabei sind. Gerade der ACBB in Frankreich zählt bekanntlich zu den größten uns wichtigsten Vereinen Europas und es freut mich außerordentlich, dass Frankreich loyales Mitglied von „BBI“ ist. Unsere Homepage ist zwar noch nicht perfekt aber doch schon sehr informativ und attraktiv und komplett in drei Sprachen gehalten. Sowohl die internationale Welpenvermittlung, in der derzeit Welpen aus 12 europäischen Nationen eingetragen sind, als auch unsere länderübergreifende, umfangreiche Deckrüdendatei erfreuen sich enormer Zugriffszahlen und wird ständig ausgebaut. Auch finden Sie in dieser Homepage die Ergebnisse und Bilder der wichtigsten Ausstellungen, so haben wir beispielsweise von unserem CUP OF NATIONS 2007 mehr als 500 Bilder hochgeladen.

Ja, und was den von „BBI“ ins Leben gerufenen CUP OF NATIONS selbst betrifft, so scheint sich dieser zu einer wahren Erfolgsstory zu entwickeln. Schon die erste Veranstaltung dieser Art, die zum ersten Mal vom RWS 2006 in Holzwickede, Deutschland, ausgerichtet wurde, war mit nahezu 100 Hunden aus 9 Nationen ein Riesenerfolg. Im heurigen Jahr wurde dieser Event der Superlative von unseren Slowakischen Freunden in Kamenny Mlynn ausgerichtet und wieder konnten wir mehr als 100 Hunden aus 11 Nationen begrüßen. Wie schon erwähnt können sich all jene, die nicht dabei waren, sowohl die Show als auch die sportlichen Bewerbe auf unserer „BBI“ HP ansehen, wo mehr als 500 Bilder zu betrachten sind. Für 2009 ist der CUP OF NATIONS in Frankreich geplant und erst kurz vor meiner Abreise habe ich eine Mail aus Spanien erhalten, in dem sich Spanien ebenfalls für den CUP OF NATIONS 2009 beworben hat. Wie die Entscheidung dann letztlich ausfallen wird, werden Sie zeitgerecht auf der „BBI“ Homepage, bzw. durch den „BBI“ Newsletter erfahren.

Summa summarum haben wir schon viel auf den Weg gebracht, wir haben noch viel vor und wir werden noch viel auf den Weg bringen. Wir werden das Werk, das wir gemeinsam mit Ingo Bortel und unseren Freunden in Europa hier aufgebaut haben, international fortführen, damit wir auch in Zukunft schöne Shows und spannende Wettbewerbe organisieren können, und vor allem - und das muss das oberste Ziel sein -  damit wir auch in Zukunft Weiße Schäferhunde züchten können, die hinsichtlich Gesundheit, Anatomie, Triebveranlagung und Leistungsbereitschaft beispielgebend für den Rest der Welt sein werden.

 

Dieter Modl

President of „BBI“